Hof Blumeninsel

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Der Hof Blumeninsel: dahinter stehen Simon Wolf, seine Hühner und Hähne, sein mobiler Stall. Der Hof Blumeninsel ist ein Ort der Begegnung, ein Ort der artgerechten und achtungsvollen Hühnerhaltung, an dem Wissen über Hühner und ihre Züchtung gepflegt und weitergegeben wird.
Neue Ideen werden gesponnen und in die Tat umgesetzt.

Eier und Brathähnchen gibt es derzeit ab Hof mit vorheriger Anmeldung. Brathähnchen wird es voraussichtlich ab Herbst 2017 geben.

Hof Blumeninsel, Simon Wolf, Burgweg 7, 79780 Stühlingen
Mail: simon@hofblumeninsel.de
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Das Zweinutzungshuhn

Foto: Zweinutzungshuhn

Ich halte und züchte auf dem Hof Blumeninsel Zweinutzungshühner der ursprünglich französischen Rasse Bresse Gauloise. Die Hennen dieser Rasse legen einerseits Eier, die Hähne können aber auch gemästet werden. Die Hähne werden – im Gegensatz zur gängigen Praxis der Kükentötung – nach dem Schlupf am Leben gelassen und mit aufgezogen.

Die Haltung eines Zweinutzungshuhns aus ökologischer Tierzucht ist nicht die alltägliche Form der Hühnerhaltung in der Eier- und Fleischerzeugung. Denn diese Form der Hühnerhaltung stellt einen konkreten Lösungsansatz zur Problematik der männlichen Kükentötung dar und gibt dem Hof Blumeninsel die Möglichkeit, unabhängig von industriellen Zuchtstrukturen Hühner zu vermehren und zu züchten.

Der mobile Hühnerstall

Foto mobiler Hühnerstall

Alle Tiere werden in mobilen Hühnerställen gehalten. Das heißt, dass die Ställe jederzeit versetzt werden können, damit die Hühner genug Auslauf, Zugang zu frischer Weide und Platz haben. Dazu gehört auch, dass sich die Tiere artgerecht bewegen, scharren, Staubbäder nehmen und sich entwickeln können. Ein weiterer Effekt dieser artgerechten Tierhaltung ist der minimierte Krankheitsdruck der Hühner und Hähne. Darüber hinaus hat die mobile Hühnerhaltung auch positive Auswirkungen auf den Umweltschutz. Dadurch, dass einzelne Flächen nicht überweidet werden, wird die Grasnarbe geschont. Gräser und Kräuter wachsen zusammenhängend und lückenlos, was Erosion und die dadurch entstehende Nährstoffauswaschung verhindert.

Simon Wolf

Foto von Simon Wolf

Ich wurde 1987 im schönen Chiemgau geboren.
Bereits seit den frühen Kinderjahren bin ich ein begeisterter Landwirt.
Nach 10 Jahren Waldorfschule besuchte ich parallel zur 10. Klasse einen Abendkurs als externer Schüler bei der VHS, um den Qualifizierten Hauptschulabschluss zu erwerben. Denn ich wollte so bald wie möglich mit der Lehre zum Landwirt beginnen. Nach dem Abschluss der Schule begann ich nun endlich die Ausbildung und bestand nach drei Lehrjahren mit Erfolg die Gesellenprüfung. Schon in der Ausbildung war ich dem Ökologischen Landbau sehr verbunden. 
Im Anschluss an die Lehrzeit stand der Zivildienst bevor. In dieser Zeit arbeitete ich als Betreuungsperson für einen jungen Mann und koordinierte ein landwirtschaftliches Pilotprojekt auf einem Demeter Betrieb.

Während sich üblicherweise Handwerksgesellen auf Wanderschaft begeben, um Gelerntes zu vertiefen und neue Fähigkeiten zu erlernen, traf ich die Entscheidung, ebenfalls loszuziehen und meinen eigenen Weg zu gehen. Im Oktober 2008 ging ich zu Fuß von der elterlichen Haustüre los. Mein Ziel war es, Betriebe von ganz klein bis ganz groß anzuschauen, mitzuarbeiten und vor allem auch die Menschen kennenzulernen, die diese Höfe bewirtschafteten. Da mir das Auto, der Flieger und das Rad zu schnell waren, entschied ich, zu gehen.
Nachdem ich auf einem Bergbauernhof am Ossiacher See in Kärnten war, wanderte ich nach Hohentengen am Hochrhein. Dort verbrachte ich einige Zeit auf einem Demeter Betrieb, der seinen Schwerpunkt auf der Haltung von Mutterschweinen und Mutterkühen hatte. Ich verließ den Betrieb mit einem neuen Zelt, das mir der Betriebsleiter gekauft hatte.

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Mein nächstes Ziel war nun, zu Fuß und mit dem Fahrrad nach Hamburg zu kommen, denn ich hatte einem Stellenangebot als landwirtschaftlicher Mitarbeiter in Ontario (Kanada) zugesagt. Ich erreichte den Flughafen in Hamburg 28 Tage später.

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Mein Job in Ontario bestand darin, Gülle auf den Feldern auszubringen. Diese Zeit, man möchte es nicht glauben, war sehr interessant. Ich fuhr fünf Wochen im Schichtdienst und vertrieb mir den Rest der Zeit mit Betriebshilfe auf Milchviehbetrieben. Mit dem verdienten Geld machte ich noch einige Wanderungen in Kanada und den USA, dann kehrte ich nach Deutschland zurück. Als ich dort in vertrauter Umgebung ankam, merkte ich, dass ich über die Jahre des Wanderns ein anderer geworden war.

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Mit all den Erfahrungen und Eindrücken im Gepäck, verließ ich die Heimat erneut und begann auf verschiedenen Höfen im südlichen Baden-Württemberg zu arbeiten. Darunter waren die verschiedensten Betriebe: Milchviehhaltung, mit und ohne muttergebundene Kälberaufzucht, Hühnerhaltung, Schweinemast, aber auch solche, die Naturschutzpflege betrieben. Dazu kamen Betriebe, die sich auf Getreidesaatgutvermehrung und -züchtung spezialisiert hatten, Tafelobst erzeugten, Fleisch vermarkteten, einen Hofladen betrieben oder ein Abokistenservice anboten. Dazu gehörte auch eine Backstube, in der ich Brot, Zopf und Kuchen zu backen lernte.
Zwei Sommer lang arbeitete ich als Betriebsleiter auf einem Betrieb, denn die Bauersleute hatten den Wunsch, auf eine Kuhalp in der Schweiz zu arbeiten. Es waren sehr eindrückliche Jahre, in denen ich in verschiedensten Bereichen der Landwirtschaft mitgearbeitet habe und sehr viele Erfahrungen sammeln konnte.

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Nach sechs Gesellenjahren entschied ich mich 2014 dazu, die Wirtschafter- und Meisterausbildung für Ökologischen Landbau an der Fachschule in Emmendingen bei Freiburg zu beginnen. Für die Meisterarbeit wählte ich das Zweinutzungshuhn als Thema. Wie es dazu kam, weiß ich nicht, jedenfalls haben mich die Hühner fasziniert und so geschah es tatsächlich, dass ich mehr Gefallen an diesen fedrigen Gesellen gefunden habe, als am Milchvieh.

Seit ich nun die elterliche Haustüre verlassen habe, sind acht Jahre vergangen. Und naja, ich habe mich schon immer mal wieder gefragt, wo ich denn eigentlich bleiben soll, auch für längere Zeit. Ich entschied mich für die Gründung eines eigenen Betriebes.

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Heute habe ich knapp 4 ha Land zur Verfügung und 2 Hühnerställe. Für die Zucht von Zweinutzungshühnern der ursprünglich französischen Rasse „Bresse Gauloise“ habe ich Hennen und Hähne großgezogen und einen New Hampshire Hahn gekauft. Mit 57 Hennen und 3 Hähnen habe ich nun mit dem Hof Blumeninsel den ersten Schritt meiner Entscheidung, mich selbständig zu machen, getan.

Ab nächstem Jahr sollen Blumensträuße und Kartoffeln hinzukommen, für Kinder und Schulklassen sollen Möglichkeiten entstehen, auf dem Acker mitzuhelfen. Der Bau von Raupenkästen und die erlebbare Herstellung von Wurmhumus mit Hilfe von Kompostwürmern sollen als weitere Angebote hinzukommen.
Und wer weiß, vielleicht kommt ja noch der eine oder andere neue Wiesen- oder ackerschlag hinzu…

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